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Spiele

"Der Mensch ist nur da ganz Mensch, wo er spielt"

Versucht man dieses Zitat von Schiller zu verstehen, so erkennt man, dass zum Menschsein das Spiel gehört. Die Sehnsucht nach einem menschenwürdigen Dasein, die Suche nach Glück, bedeutet die Bereitschaft zum Spiel. Darin stellt sich der Mensch auf die Probe. Belastungen bis an unsere Grenzen führen in andere Bereiche unseres Selbst. Vielleicht erklärt sich so die Vielfalt an Karten-, Brett-, Gedulds- und Geschicklichkeitsspielen. Gespielt werden auch Musikinstrumente und vieles mehr. Spielen gehört zum alltäglichen Leben, dient dem Vergnügen und dem Zeitvertreib. Das höfische Spiel war lange Zeit das »Gesellschaftsspiel«, allerdings nicht im heutigen Sinn. In der Literatur darüber, die etwa um 1750 beginnt, benennt man damit nicht ein einzelnes Spiel, wie Schach und Mühle, sondern verwendete es als Gattungsbezeichnung, die ein ganzes Repertoire von Spielen umfasst. Zu den wichtigsten Merkmalen gehören:
–  die uneingeschränkte Teilnahmemöglichkeit: Gesellschaftsspiele umfassen sowohl eine relativ hohe oder sogar unbegrenzte Anzahl von Mitspielern, als auch alte, junge, weibliche und männliche Teilnehmer;
–  der Verzicht auf besondere Spielutensilien: Das Material ist für Gesellschaftsspiele sekundär und besteht allenfalls aus Hilfsmitteln wie Papier und Bleistift, Stühlen oder Taschentüchern;
– der Verzicht auf den Einsatz von Geld: Gesellschaftsspiele sind zwar nicht in jedem Fall »Spiele ohne Sieger«, aber sowohl Spielstrafen als auch Belohnungen werden nicht mit Geld beglichen.
Vor allem mit der industriellen Produktion von Spielen seit etwa 1880 verändert sich der Begriff des Gesellschaftsspieles, der nun vor allem Würfel-, Tableau- und Brettspiele umfasst, deren Zubehör industriell produziert und käuflich erworben wird.

Spiele der Kaiserin

Selbst Kaiserin Elisabeth hat gespielt, vielleicht um die Wände ihrer Alltagszwänge zu durchbrechen. Sie mochte Kartenspiele und Brettspiele, sie liebte die Beschäftigung mit ihrem Pudel »Bonbon«, den sie als Geschenk vom Zirkus Renz bekommen hatte und dem sie Kunststücke beibrachte; und sie spielte Klavier, Zither, Harfe und Mandoline. Ab 24. Juni werden im Sisi Museum ein Spielekoffer, die Harfe der Kaiserin, eine Skulptur ihres Pudels »Bonbon« und eine Gemmen­­sammlung aus Korfu zu sehen sein. Auf der griechischen Insel verbrachte die Kaiserin viel Zeit mit Spaziergängen, Kartenspiel, Musizieren und Lesen.
Ihrer vierjährigen Tochter Gisela schrieb sie im Jahr 1861: "Du weißt schon, was ich Dir für schöne Vögel mitbringen werde, in einem hübschen Vogelhaus, dann werde ich Dir Musik machen und Dir auch eine ganz kleine Gitarre zum spielen bringen."

 

Spielekoffer der Kaiserin Elisabeth

Harfe der Kaiserin

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