Am 24. April jährt sich zum 153. Mal der Hochzeitstag von Kaiserin Elisabeth und Kaiser Franz Joseph. Eine der meist gestellten Fragen dazu ist jene nach Sisis Brautkleid, die allerdings bis heute nicht eindeutig beantwortet werden kann. Da die Hochzeitszeremonie in der Augustinerkirche im Kreise der Familie und des Hofstaates gefeiert wurde und das Kaiserpaar die Kirche auch nicht über den Josephsplatz betrat oder verließ, sondern über einen Gang, der direkt von den Repräsentationsräumen der Hofburg in die Kirche führte, bekam die Öffentlichkeit die Kaiserbraut nie zu Gesicht. Zeitungsreporter waren daher auf ihre Phantasie angewiesen, weshalb Elisabeth auf den wenigen Darstellungen der Hochzeit auch unterschiedliche Kleider trägt. Da auch keine Zeitzeugenberichte über das Brautkleid der Kaiserin bekannt sind, konnte darüber bisher bestenfalls spekuliert werden. Die einzig erhaltene Quelle stellt ein Pluviale, ein liturgisches Messgewand, aus der Basilika Maria Taferl dar, das nun erstmals im Sisi Museum präsentiert werden kann. Es besteht aus ecrufarbenem Moiré mit gestickten Applikationen an Stab und Cappa aus Silberlahn und Silberschnürchen. Das Stickwerk zeigt dichtes Blatt- und Blütenwerk, aus dem Blattzweige mit aufgelegten Blüten, Früchten und Spiralendungen wachsen. Der Überlieferung nach stammen diese Silberstickereien vom Brautkleid der Kaiserin, das der Wallfahrtsbasilika gestiftet wurde. Demnach wurde wie der Brautschmuck der Kaiserin, der der Wittelsbacher-Wallfahrtskirche Altötting gestiftet wurde, auch ihr Brautkleid der Tradition entsprechend der Habsburger-Wallfahrtsbasilika Maria Taferl gestiftet. Wann die Silberstickerei vom Brautkleid abgenommen und auf den Vespermantel aufgetragen wurde, kann nicht mehr eindeutig festgestellt werden, ein historisches Inventar, das das Pluviale anführt, stammt jedoch bereits aus dem Jahr 1882.
Der ab 30. März ausgestellte Vespermantel erlaubt uns nun erstmals zumindest eine Vorstellung des Brautkleides der Kaiserin Elisabeth.
Ein weiteres einzigartiges Exponat, das nun erstmals im Sisi Museum präsentiert werden kann, ist die Reisewaschgarnitur der Kaiserin Elisabeth, die um 1854 vom berühmten Pariser Goldschmied Charles Odiot gefertigt wurde. Die neunteilige getriebene, und teilweise vergoldete Silbergarnitur, besteht aus einem Standspiegel, einer Waschgarnitur bestehend aus Handspiegel, Waschschüssel, Deckelkanne, zwei Seifenschalen mit herausnehmbaren Gittereinsätzen, und Puderdose, sowie zwei zweiarmigen Tischleuchtern. Alle Teile sind mit fein gravierter gekrönter Initiale "E" versehen, die Deckel der originalen seidengefütterten Transportkisten tragen das gravierte kaiserliche Allianzwappen.
Außerdem sind der Bademantel der Kaiserin mit rot gestickter Bordüre sowie rot gesticktem bekröntem Delphin, bestickte Seidenpantoffel sowie schwarze Kinderschuhe der Kaiserin mit Bestätigungsschreiben ihrer Tochter Erzherzogin Marie Valerie: "Ein Paar Kinderschuhe der jungen Sisi, der späteren Kaiserin Elisabeth von Österreich" zu sehen.
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Vespermantel im Sisi Museum
Silberstickerei auf dem Vespermantel
Reisewaschgarnitur