Das Sisi Museum widmet dem Thema Religion in der Adventzeit einen Schwerpunkt. Ein Hausaltar, eine Dornenkrone und erstmalig das "Kommunionbüchlein" mit transkribierten Textstellen werden dem Besucher ab 26. November präsentiert.
Elisabeths Toleranz Andersgläubigen gegenüber war im streng katholischen österreichischen Kaiserhaus nicht immer gerne gesehen. Ein Kommunionbüchlein, das sich seit Neuestem im Sisi Museum befindet, bringt Einblicke in ihre religiösen Vorstellungen.
Über Sisis religiöse Erziehung gibt es kaum schriftliche Quellen. Erwähnt wird nur, dass Elisabeths Mutter keine so konsequent strenge Katholikin war wie ihre Schwester Sophie. Derzeit wird eine bisher nicht beachtete Quelle zu Sisis jugendlicher Religiosität ausgewertet. Mit dem Ankauf der Privatbibliothek der Kaiserin gelangte die Schloß Schönbrunn Kultur- und Betriebsges.m.b.H. in den Besitz eines "Kommunionbüchleins". Mit beeindruckenden Worten schrieb die 14-jährige Elisabeth 1851 darin sehr persönliche Gedanken zum Glauben nieder.
"Gott macht es mit den Menschen wie ein weiser Erzieher, er giebt ihnen auf einmal nur so viel zu erkennen, als sie fassen können; später wird mit der höheren Fähigkeit gewiss auch die höhere Erkenntniß kommen."
Als Monarchin am katholischen Wiener Hof galt Sisi für Anhänger anderer Religionsgemeinschaften als Hoffnungsträgerin in Sachen Toleranz. Durch den Umgang mit den Protestanten in Bayern und auch durch den Einfluss ihrer evangelischen Großmuttern hatte sie einen toleranteren Zugang zu Andersgläubigen als ihr Gatte, Franz Joseph. Der hatte am 18. August 1855 gemeinsam mit Papst Pius IX. ein Konkordat abgeschlossen, das staatliche Kompetenzen, wie beispielsweise das Ehegericht oder die Schulaufsicht, unter kirchliche Aufsicht stellte. Andersgläubige und Liberale traf dieses Konkordat natürlich hart. Im Mai 1868 wurde es wieder außer Kraft gesetzt. Dazu leistete Elisabeth sicherlich einen wesentlichen Beitrag.
Sisis Toleranz gegenüber anderen Religionen zeigt sich auch in einer Spende für den Kirchturm der evangelischen Gemeinde in Attersee und ihre Bemerkung dazu im liberalen Wiener Tagesblatt:
"Mein seliger Großvater (König Maximilian I. von Bayern) ließ den Protestanten aus Staatsmitteln die schöne Kirche auf dem Karsplatz in München bauen. Die Königin von Bayern ist auch eine Protestantin und auch meine Großmutter mütterlicherseits war evangelisch. Bayern ist ein erzkatholisches Land, aber die Protestanten haben sich bei uns gewiß nicht über Zurücksetzung oder Schmälerung zu beklangen."
Passend zur Winterzeit werden das Hermelincape der Kaiserin Elisabeth samt dazugehörigem Muff im Sisi Museum für die nächsten Monate ausgestellt.
Weiters sind das Taufensemble der Kaiserin Elisabeth sowie Sisis Milchzahn zu sehen. Das Taufkleid mit dazu passender Spitzenhaube aus heller Seide trug Kaiserin Elisabeth am 26. Dezember 1837 zu ihrer Taufe. Ein Milchzahn der Kaiserin inklusive Etui konnte bis heute bewahrt werden. Der Milchzahnbehälter ist aus vergoldetem Messing mit gekröntem Allianzwappen der Herzogin Ludovika in Bayern.