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Eine Kranzschleife für Elisabeth

Trauerschleife von Marie für Elisabeth
Trauerschleife von Marie für Elisabeth

"ADDIO REGINA - TUA MARI" steht in goldenen Lettern auf der Trauerschleife, die am Katafalk* der Kaiserin Elisabeth angebracht war. Es waren die letzten Worte, die ihre Schwester Marie, Königin von Neapel, an sie richtete. Die Trauerschleife ist als ständiges Exponat bei der Totenmaske im Sisi Msueum ausgestellt.

Die Kranzschleife aus lila Seidenrips stammt aus dem Nachlass des Hauptmannes Breindl, einem Adjudanten des Gardestabs, der sie nach der Beisetzung der Kaiserin erhalten hatte. Beim Veräußern seiner Uniformteile fand sich die Schleife in der Brusttasche seiner Jacke.

Sisis Schwester Marie, Königin von Neapel

Marie war um 4 Jahre jünger als Elisabeth. Im Alter von 17 Jahren wurde sie mit Franz von Neapel Sizilien verheiratet. Auch noch am Tag der Hochzeit, die per procurationem** in München statt fand, kannte die Braut ihren Gatten nur von Bildern. Die erste Begegnung wurde dann zu einer herben Enttäuschung, denn Franz war nicht nur hässlich, sondern auch an Ehe und Gattin völlig desinteressiert. Seine Vorliebe galt der religiösen Literatur und weniger der Politik, so regierte nach dem Tod seines Vaters, König Ferdinand II., nicht der Sohn, sondern die Mutter, Maria Theresia von Habsburg.

Als die Königsfamilie im Zuge der politischen Wirren um die Gründung des italienischen Nationalstaates in die Festung Gaeta fliehen musste, ging Marie bei der Verteidigung derselben als "Heldin von Gaeta" in die Geschichte ein.
Seit Februar 1861 lebte sie im Exil, bereiste die Welt und schockierte durch ihren Lebenswandel. Sie schwamm nackt im Meer und rauchte Zigarillos in der Öffentlichkeit. Eine Affäre blieb nicht ohne Folgen: Heimlich gebar sie Zwillinge von einem Offizier der päpstlichen Garde.
Es folgte eine Aussprache mit ihrem Ehemann, die Ehe wurde endlich vollzogen und sie bekam eine Tochter, die allerdings nur einige Wochen lebte.

Marie verbrachte viele Jahre in Frankreich und kehrte nach dem ersten Weltkrieg nach München zurück, wo sie 1925 verstarb.

 

* Geschmücktes Gestell, auf dem der Sarg während der Trauerfeierlichkeiten ruht
** per Stellvertreter

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