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Alexander Appartement und Roter Salon


Roter Salon/ Boucherzimmer (c) SKB, Foto: Alexander Eugen Koller

Das Appartement wurde nach einem Tapisserienzyklus genannt, der das Leben und die Heldentaten Alexander des Großen zum Thema hat und die Wandfelder der Weißgold-Holzvertäfelung füllte.


Alexanderappartement

Das Alexanderappartement wurde von Kaiserin Elisabeth für Diners und Empfänge genutzt. Es bestand, bei der Alexanderstiege beginnend, aus Eingangszimmer, Speisesaal, Großem Salon, Boucher-Zimmer und Kleinem Vorzimmer. Das Appartement wurde nach einem Tapisserienzyklus genannt, der das Leben und die Heldentaten Alexander des Großen zum Thema hat und die Wandfelder der Weißgold-Holzvertäfelung füllte. Die reich ausgestatteten Räume des Appartements wurden 1764 von Nikolaus Pacassi für Joseph geschaffen, für den anlässlich der Wahl zum römischen König im gleichen Jahr ein eigenes und entsprechend repräsentatives Appartement zur Verfügung stehen sollte. Von 1916 bis 1918 hatte der letzte österreichische Kaiser Karl I. hier seine Amtsräume, die er selten benutzte, da er meist im Hauptquartier in Baden oder an der Front war.

 

Roter Salon (Boucherzimmer)
Die Ausstattung dieses Raumes mit Tapisserien der Pariser Manufaktur aus dem 18. Jahrhundert stellt wohl den Inbegriff fürstlicher Prachtentfaltung dar.

Diese Wandteppiche waren ein Geschenk des französischen Königs Ludwig XVI. an seinen Schwager Kaiser Joseph II., als dieser 1777 bei einem Besuch in Versailles weilte. Josephs Schwester Marie Antoinette hatte 1770 im Alter von vierzehn Jahren den französischen Thronfolger geheiratet. Die Ehe blieb sieben Jahre lang kinderlos. Bei seinem Besuch hatte Joseph eine persönliche Unterredung mit seinem Schwager, deren Inhalt nie wirklich bekannt wurde. Jedenfalls stellte sich danach sehr bald Kindersegen ein und aus Dankbarkeit überhäufte das Königspaar Joseph mit wertvollen Geschenken, zu denen auch diese Tapisserien zählen. Die dekorative Wirkung der Wandteppiche steht im Vordergrund, wobei Gemälde von Francois Boucher als Vorlagen für die Gestaltung der Medaillons dienten. Auch die Bezüge der Armlehnstühle, der Kanapees, des Kaminschirms und des Paravents wurden in der „Manufacture des Gobelins“ zwischen 1772 und 1776 angefertigt. Anders als in anderen fürstlichen Residenzen Europas wurde hier für die imperiale Repräsentation wieder auf die Tradition der Verwendung von Wandteppichen bzw. Tapisserien zurückgegriffen, die in Europa bereits als überholt galt.


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