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Konferenzzimmer (c) Schloß Schönbrunn Kultur- und Betriebsges.m.b.H, Foto: Johannes Wagner

Hier fanden die sogenannten Minister-Conseils, die Ministerkonferenzen, statt, bei denen der Kaiser stets den Vorsitz führte. Der Raum war auch vom Zimmer des diensthabenden Flügeladjutanten zugänglich, der dem Kaiser die Anwesenheit der Minister zu melden hatte.


Das Porträtgemälde an der Rückwand zeigt Franz Joseph im Alter von 20 Jahren, die Büste darunter seine Mutter Erzherzogin Sophie, die ihm ihr Leben lang als politische Beraterin und Vertraute zur Seite stand. Durch ihre starke Persönlichkeit und ihren politischen Ehrgeiz konnte sie durchsetzen, dass ihr Gemahl Franz Karl auf den Thron verzichtete, und Franz Joseph im Jahr 1848 Kaiser wurde. Die politische Situation war aufgrund von Aufständen und Unruhen für den erst achtzehnjährigen Monarchen vor allem in Ungarn schwer.

Die zwei großen Gemälde zeigen Schlachtenszenen aus der ungarischen Revolution 1849, die Schlacht bei Temesvar, die den entscheidenden Sieg für den jungen Kaiser brachte, und die Schlacht bei Komorn, mit der der ungarische Widerstand endgültig gebrochen werden konnte. Das Verhältnis zu Ungarn besserte sich erst wieder, als 1867 der Ausgleich mit Ungarn zustande kam und die alte ungarische Verfassung wieder anerkannt wurde. In der Folge wurden Franz Joseph und Elisabeth, die großen Anteil an dieser Entwicklung trug, zu König und Königin von Ungarn gekrönt. Die Büste im rechten hinteren Teil des Raumes zeigt Feldmarschall Johann Joseph Wenzel Anton Franz Karl Graf von Radetzky von Radetz, bei dem Franz Joseph, der keine 

Generalstabsausbildung erhalten hatte, seine „Feuertaufe“ 1848 bei der für Österreich siegreichen Schlacht von Santa Lucia bei Verona erlebte. Der 82jährige Feldmarschall errang auch große militärische Erfolge bei der Niederschlagung der Revolution in den italienischen Provinzen 1849 und rettete somit den Thron. Kaiser Franz Joseph war Radetzky ein Leben lang in tiefer Dankbarkeit verbunden und stellte ihm auch ein Appartement im Schweizertrakt der Hofburg zur Verfügung. 

Direkt hinter dem Konferenzzimmer befindet sich die Uniformengarderobe des Kaisers. Franz Joseph besaß schon als junger Monarch eine beachtliche Anzahl verschiedenster Uniformen, deren Zahl sich im Laufe der Jahre vervielfachte. Die Instandhaltung und Pflege der prächtigen Kleidungsstücke oblag zuletzt dem Leibkammerdiener Eugen Ketterl, der auch das Zusammenstellen und Zurechtlegen der jeweiligen Montur erledigte. Franz Joseph schätzte die Dienste Ketterls so sehr, dass er Anordnungen gab, keine anderen Diener an die fremdländischen Uniformen „heranzulassen“. Empfing der Kaiser höhergestellte Persönlichkeiten, trug er aus Höflichkeit dem Gast gegenüber die Uniform des Herkunftslandes des jeweiligen Gastes.


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