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Toillete- und Turnzimmer Elisabeths (c) Schloß Schönbrunn Kultur- und Betriebsges.m.b.H, Foto: Tina Dietz

Turn- und Toilettezimmer

Das Toilette- und Turnzimmer war Elisabeths Hauptaufenthaltsraum in der Hofburg Hier begann der Tag der Kaiserin, im Winter um sechs Uhr morgens mit dem täglichen Frisierritual.


Elisabeths Haarpracht war legendär und Fanny Feifalik, die Friseuse, zauberte täglich die kunstvollsten Frisuren, die von der Kaiserin als „Steckbrieffrisuren“ bezeichnet wurden. „Hinter dem Sessel der Kaiserin stand die Friseuse in schwarzem Kleid mit langer Schleppe, einer weißen spinnwebenen Schürze, als Dienende selbst von imposanter Erscheinung.“ (Konstantin Christomanos.)

Die Pflege dieser Haarfluten nahm geraume Zeit in Anspruch und Elisabeth nutzte die Stunden, um mit ihrem griechischen Vorleser Konstantin Christomanos zu konversieren und Sprachen zu studieren. Sie erlernte im Laufe ihres Lebens sieben Fremdsprachen. Während Christomanos die Schönheit der Kaiserin bewunderte, empfand sie selbst vor allem das zeitaufwendige Frisieren ihrer Haare als Last.

In diesem privaten Boudoir umgab sich Elisabeth mit Porträts jener Menschen, die sie besonders mochte. So findet man hier die verschiedensten Persönlichkeiten aus der bayerischen und der habsburgischen Familie, zumeist exzentrische Familienmitglieder wie der Habsburger Erzherzog Ludwig Salvator, der auf Mallorca ein selbstbestimmtes Leben führte und mit dem sich Elisabeth seelenverwandt fühlte. 

Auf einer Wand sind galerieartig die Bildnisse der ebenso schönen wie auch exzentrischen Schwestern Elisabeths zwischen den Eltern und Brüdern zu finden. Auffallend sind zwei Porträts des Lieblingsdichters der Kaiserin, Heinrich Heine, dessen literarische Werke Elisabeth als Vorbild für ihre eigenen Dichtungen dienten.

Über der Waschkommode befinden sich drei Aquarelle in breiten dunklen Samtrahmen aus Elisabeths Eigentum, die Ansichten der Villa Braila aus Korfu zeigen. Dieses Haus, das die Kaiserin während ihres ersten Aufenthaltes in Korfu in den frühen 1860er Jahren bewohnte, ließ sie in den Jahren 1889/90, nachdem es Franz Joseph für sie erwerben konnte, zum Achilleion umbauen. Die Einrichtung des Toilette- und Turnzimmers wird durch Porträts des Kaisers Franz Joseph, Fotos der Lieblingstochter Marie Valerie sowie mit Gemälden ihrer Lieblingshunde vervollständigt.

Elisabeth verrichtete im Turn- und Toilettezimmer täglich die kleinen Turnübungen, die sie quasi „en passant“ absolvierte, wie sie sich selber auszudrücken pflegte. Die Sprossenwand, das Reck und die Ringe im Türrahmen zum Großen Salon sind noch erhalten. Für das intensive Training gab es einen großen Turnsaal, wo die Kaiserin auf den schweren Geräten trainieren konnte. Dieser Raumbefand sich beim „Schwibbogen“ in der Schauflergasse, der die Amalienburg mit dem heute nicht mehr existierenden Kaiserspital verbunden hat.


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