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Fußwaschungszeremoniell


"Ceremonie der Fusswaschung". Druck nach Theo Zasche aus dem Buch Viribus Unitis - Das Buch vom Kaiser, 1898 ©SKB

Am Wiener Hof herrschte seit dem Beginn des 19. Jahrhunderts die Tradition, dass der Kaiser und die Kaiserin alljährlich am Gründonnerstag die Fußwaschung an zwölf Männern und zwölf Frauen vornahmen.


Am Wiener Hof herrschte seit dem Beginn des 19. Jahrhunderts die Tradition, dass der Kaiser und die Kaiserin alljährlich am Gründonnerstag die Fußwaschung an zwölf Männern und zwölf Frauen vornahmen. Dies geschah in Erinnerung an die demütige Fußwaschung der Apostel durch Christus, erste Fußwaschungen sind bereits aus der Zeit Karls V. dokumentiert.

Die Zeremonie wurde an sehr betagten, bedürftigen, aber sauberen Menschen vollzogen. 

Nach einem Essen mit traditionellen Fastenspeisen erhielten die ausgewählten Personen als Geschenk einen irdenen Deckelkrug mit Weißwein, einen Silberbecher mit Doppeladler und Jahreszahl, Speisen und einen Beutel mit dreißig Silberlingen, bezugnehmend auf die Silberlinge des Christusverräters Judas.

Die beiden goldenen Lavabogarnituren wurden von den besten Augsburger Silberschmieden des 18. Jahrhunderts angefertigt. Sie fanden Verwendung bei den Taufen des habsburgischen Nachwuchses, beim Waschzeremoniell der öffentlichen Tafel und bei den Fußwaschungen zu Ostern.


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